Erster 5-Sterne Stuckateur in Baden-Württemberg!

Für das Jugendhaus opfern Azubis ihre Freizeit

Ilsfeld, 07.02.2007 – Quelle: Marbacher Zeitung

Die Einrichtung wird von angehenden Stuckateuren erweitert

Oberstenfeld. “Was man selbst gemacht hat, das macht man nicht kaputt”, sagt Hans-Dieter Helber vom Bauamt. Dass jetzt sechs Auszubildende gemeinsam das Jugendhaus erweitern, begrüßt er daher. Als Stammgäste bauen die Jungs praktisch an ihren eigenen vier Wänden.

Von Birgit Kiefer

Die jungen Stuckateur- und Malerazubis des Stuckateurbetriebs Soyez in llsfeld sind fast jeden Samstag in dem Jugendtreff in der Lembacher Straße anzutreffen. “In letzter Zeit kamen immer mehr junge Besucher, da wurde es hier eng”, erzählt Vilislav Jordanov. Er arbeitet jetzt zusammen mit fünf seiner Kollegen an drei neuen Räumen. Wo früher die Küche einer Gaststätte stand, entstehen unter Anleitung ihres Ausbildungsmeisters Matthias Gamalov drei neue Zimmer, ein großes als reiner Mädchenraum und zwei kleinere für die jüngeren Besucher und außerdem ein Büro.

“Wir haben selbstständig eine Zwischenwand reingezogen und die Wände verkleidet”, erzählt Isa Zora, der sich im zweiten Lehrjahr befindet. Teilweise werden sie während der regulären Arbeitszeit abgestellt, um diese Aufgabe zu erfüllen, teils opfern sie aber auch ihre Freizeit. Wir lernen, im Team zu arbeiten – und es macht einfach Spaß, hier für uns selbst etwas zu verbessern”, sagt Efkan Torcuk.

Ihr Chef, Axel Soyez, lobt das Engagement seiner Auszubildenden. “Wir haben immer schon den Auszubildenden Projekte zugeteilt, aber etwas so Großes noch nicht”, bekundet er. Besonders stolz macht den Chef des Unternehmens, dass die jungen Männer auch ihre Freizeit opfern. Aber sie tun das ja auch für sich selbst, denn einen großen Teil ihrer Freizeit verbringen sie sowieso in der Lembacher Straße.

“Sehr viele Treffpunkte gibt es hier sonst nicht”, erklärt Vilisiav Jordanov. Besonders für die Jüngeren sei es schwer, und sich zusammen mit den Älteren im Jugendhaus zu treffen, sei denen häufig auch unangenehm, weil sich darunter oft auch die älteren Geschwister befänden. “Dann trauen die sich beispielsweise nicht, ihre Zigarette zu rauchen”, so Vilislav.

Damit erklären sich die Auszubildenden auch den Treffpunkt in der Parkanlage bei der Kirche, wo es Ärger mit lärmenden Jugendlichen gab (wir berichteten). “Dort gibt es doch nur zwei Parkbänke, sonst nichts”, meint Efkan Torcuk. Sie selbst gingen dort nicht hin, sondern ins Jugendhaus. Sonst gebe es nur noch einen Dönerladen, wo sie Dart oder Billard spielten.

Wenn die Jüngeren einen eigenen Raum im Jugendtreff hätten, würde sich dann die Lage an der Dorfkirche, deren Messnerin sich über pöbelnde Jugendliche beklagt hatte, verbessern? Die Auszubildenden halten das zumindest für möglich. Das Angebot könnte jedenfalls ab Mitte März stehen, wenn die Arbeiten bis dahin abgeschlossen sind. Was noch nicht geklärt ist, ist die Ausgestaltung. Die jungen Männer wollen noch einen Vorschlag vorlegen, entscheiden werden aber andere, sie sind eben nur Azubis.